Mittwoch, 1. Dezember 2010

Dienstag, 23. November 2010

[hits line]








Damals bot man ihr noch zwölf Kamele.
Die Nächte sind doch schließlich kurz im Aserbaidschan.
12 an der Zahl. Zehn für ihre Körperfülle.
Die restlichen zwei wahrscheinlich für ihr güldenes Haar -
oder ihr feines Gesicht.

Voll auf die Zehn und alle Knochen sind zertrümmert.
Keine werden wieder so zusammen wachsen wie sie waren.
Egal - heute kaschiert sie es mit einer elegant, geschwungenen
auch güldenen, italienischen Designerbrille.

Guten Morgen, ich begrüße Sie zu der heute stattfindenden
elektrischen Wimpernformerpräsentation.
Drei Stunden vor dem eigentlichen Auftritt
stand er auf um sich zu regenerieren, in den Tag zu starten
und um die Träume der Nacht zu vergessen.

Vater, Mutter, Kind, wie sie alle sind.
Dieser Kinnhaken, der ihm im Vollrausch
verpasst wurde, traf ihn kaum.
Eher war es die Tatsache, dass sein Gesicht durch
eine Glasscheibe zerschmettert werden sollte.

Das bringt Dir auch nichts mehr - Dein wunderschönes
Gesicht, wenn Du entstellt, blutend und verprügelt im
Schaufensters des Laden liegst, der Rheumadecken mit
Elektromagneten an alte, leichtgläubige Rentner verkauft.

Du hast doch viele Bewunderer, die Dich vergöttern und anbeten.
 Meistens im Drogenrausch. Vollgepumpt mit Mescalin und noch
den letzten Resten dieser weißen, kleinen Pillen.
Der Plan war die ganze Nacht durchwacht zu bleiben.
Später dann MDMA und Speed zu mischen - es fein säuberlich
auf dem Toilettendeckel zu präparieren und es sich mit den
besten Freunden durch die Nase zu ziehen...

Dann lief ich morgens um halb sieben auf der Suche nach
einer geöffneten Tankstelle, im strömenden Regen, durch die
Stadt und vergaß, dass ich eigentlich einen
Ficker für die Nacht suchte.

Er schlief so friedlich. Beine weit gespreitzt.
Den Schwanz, der sich in der Hose verbag, konnte
man auch bei noch so genauem Hinsehen nicht ausmachen.
Nur das laute Dröhnen seiner Köpfhörer erinnerte daran,
dass er noch nicht tot war und ich musste meine negrophilen
Neigungen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Wahrscheinlich schläft er schon oder ist zu seinem besten
Freund gegangen, um sich dort mal wieder richtig beleidigen
zu lassen: Diese dreckige Hure. Damals noch drei Espressi
im Klub der Verheißungen. Es war morgens um zehn.
Bitterkalt und mit einigermaßen Glück waren sie und
ihr Freund in die Pläsierkaserne hineingelassen worden.

Kreidebleich. Augen mit schwarzem Kajal so stark
akzentuiert, dass sie ausschauten, als wären sie nur Köpfe
mit schwarzen Löchern. Die weitgeöffneten Pupillen verstärkten
diesen Eindruck um ein vielfaches. Dort saßen sie nun.
Zwei Tage lang kein Auge geschlossen und wenn doch dann
wieder zitternd erwacht, weil sie Angst hatten, dass der
Postbote ihr Geld stehlen würde oder sie eine fremde
Sprache sprechen würden, sobald sie wieder einigermaßen
klargekommen waren.

Der Junge rutschte immer tiefer im Bussitz, öffnete seine
Schenkel immer weiter und verschränkte die Arme immer fester
kurz unter seinen Brustwarzen. Glücklicherweise war er nicht
wie die anderen Busschläfer, die irgendwann derart tief in
ihre Traumwelt abgeglitten waren, dass sie im Zustand völliger
Extase den Mund offenstehen hatten.

Ober- und Unterlippe sanft, fast zärtlich, übereinander
gelegtund die grünblauen Augen friedlich durch die Lider
verdeckt. Kurz vor der Haltestelle öffnete er seinen
verschlossenen Körper, sein geschlossenes Gesicht und
plötzlich war das Augenklar durch rote Adern entstellt.

Guten Abend, ich begrüße Sie ganz herzlich zur Vorstellung
unseres neuen Leitungswasseraufbereitungsgeräts.
Die Inge, die Frau, für die zwölf Kamele geboten wurden, der
Schönling, das Mädchen und ihr Freund und ich nutzen es auch.
Welch' Glück!





Dienstag, 16. November 2010

supera regio



wachstum in meiner brust:

stalagmiten. und
seltsame formen seltener kristalle.

gischt in meiner lunge:

mein körper. diese anisotrope masse.
mein geist. isotrope nichtmasse.
wer ist schon heterogen?

geistesgezeiten:

in meinen adern:
ein dickflüssiges bis festes,
selten auch kristallisiertes gebräu:

70 % glucose und fructose 
10 % saccharose und maltose 
15 bis 21 % wasser  

halbverweister halbleiter:

spalte stücke von mir ab.
benutze den harten feuerstein.
jeder teil wäre entzündet.

mein verlockender, 
trügerischer, glanz, der goldene.
verderblich und verdorben.

anleitung:

türme diese übereinander:

1. ein jaspis 
2. ein saphir
 3. ein chalzedon
4. ein smaragd
 5. ein sardonyx
6. ein karneol
7. ein chrysolith
8. ein beryll
9. ein topas
10. ein chrysopras
11. ein hyazinth
 12. ein amethyst

in diesem haus möcht' ich wohnen!

dann füttere mich -
bis ich deine bienen gebäre -
dann töte mich - 
bis du mein summen nicht mehr hörst!































Montag, 15. November 2010




Wenn ich ein Vöglein wär'
und auch zwei Flüglein hätt,
flög' ich zu euch.
Weil's aber nicht kann sein
bleib' ich allhier.

Es vergeht kein' Stund' in der Nacht,
da nicht mein Herz erwacht
und an euch denkt,
wie ihr mir viel tausendmal
euer Herz geschenkt

Bin ich gleich weil von euch,
bin ich doch im Traum bei euch
Und red' mit mir.
Wenn ich erwachen tu',
bin ich allein

Wenn's die Leut nicht haben wolln,
daß wir uns lieben solln,
so gute Nacht !
Ob's gleich die Leut verdrießt,
lieb ich euch doch ! ! !






























































...und in 20 Jahren werden wir wissen, dass es gut war!



Dienstag, 2. November 2010

neoplasmen.







montage:
realitätsneueinrichtung.
durchstoße die worte:
durchkämpfe Dich!
kämpfe Dich bis hin zum allerletzten glücksverlangen.
wiederhole: wiederkäuen.
wieviele käfer krabbeln aus meinem mund,
wenn ich den mir innersten -
den mir weit entferntesten -
namen buchstabiere?
pausieren damit jeder buchstabe für sich schimmert -
für sich verbrennt und krusten auf der zunge hinterlässt.
bis der mund voller gepackter koffer ist.
dann reise ich ab.








Samstag, 23. Oktober 2010

the hotter you are - the less you'll forgive me!

and the zeit goes by. 











































and the hass does not disappear.





Dienstag, 19. Oktober 2010

non fit mind.




I. nahm die Schlafmaske ab.
Der Fingertrick verrät, ob das Fleisch gar ist.
Noch einmal ein Danke an Dich.
Liegst auf dem Bordstein.

Wartest, bis mich ein BMX-Bike überfährt.
Rattern: langsam und behäbig.
Vermisse die Stangenschoner - gelb
mit schwarzen Sternen.

Sobald ich den Kopf einschalte -
welcome to the floor.
Überall Nazis und ich habe Angst.
Sometimes I would ask you.

Langsames aufzehren.
M. kennt diese Frau, die ihre Kinder
zu Gutmenschen erzieht.
Ein Kopfschuss -
es können nur noch Striche gemalt werden.

Ich interessiere mich für Waffen.
Mein Freund auch. Schenke ihm
einen Schminkkoffer mit tollen Farben.
Ach, geliebte Selbstaufgabe.

Vater hasst mich. Er geht
lieber mit der Axt durch den Wald
als meinen Kuchen zu verkosten.
Irgend - Irgend - Irgendwann.

Mit der Axt durch den Garten
und feine Worte ernten.
Wenn ich es Dir dann schicke.
Dann lässt Du mich nie mehr frei.

Preise werden über mich ausgegossen.
Worte regnen auf mich herab.
Lobeslieder säumen meinen Weg.
Wenn ich Deine Anerkennung ernte.

Und das Mähen. Das Mähen,
das laute Mähen der Gräser zwischen
den Bahngleisen. Immer wieder zum Frühjahr.
Da gibts kein Recht. Da gibts kein
Unrecht.

Es beginnt aus Nichts. Und ich kümmere mich
um nichts. Nur noch D.
Wenn es uns verwundert.
Einen Hammer und Nagel.

Gute Nacht. Sehe ich noch gut aus?
4 Hände. 5 Finger. 2 Köpfe.
Ein Auto hat meine Träume zerstört.
Schlangen, Spinnen und Spinnräder.

Danke für die Zähne im Mund.
Danke für die Wälder voller Bäume.
Weg von Hier. Weg von uns.
Nur noch meine Facebookfreunde und ich.

Bitte für den Sandstrand voller Glas.
Bitte für die Blumen voller Gift.
Ich verstärke das Sonnenlicht mit Neon.
Werde zu Nero und verbrenne mich.

Der süsse Klang des Akkordeons:
Bald fährst Du zur See.
Elektronisches Blätterrauschen -
bereite Dich auf die Reise gut vor.

Rolle ins Bad. Rolle ins Bad.
Gib mir one Dollar. Ich nehme das Flugzeug.
Zu den Elefanten. Und vergesse die Shoah.
Verwechsel nicht Buch und Trug.

L. würde jetzt sagen -
Alles viel zu viel. Zu durcheinander.
Ich würde nur noch stottern. Schwitzen.
Deswegen verbrenn' ich es. JETZT!